Lela

Lela

Auszubildende zur Gesundheits- und Krankenpflegerin, 30
Nur weil wir Menschen ausgeprägtere geistige Fähigkeiten haben heisst es noch lange nicht, dass wir über den Tod anderer Lebewesen entscheiden dürfen!

"Ich bin als Kind in der nähe eines Schlachters aufgewachsen und war dadurch des öfteren den Schreien und dem Gestank von sterbenden und verblutenden Tieren ausgesetzt, was mich sehr geprägt hat" erinnert sich Lela. Sie fährt fort: "Ich habe mich mehrere Jahre vegetarisch ernährt, bis mir ein Gespräch mit einem Freund über Massentierhaltung die Augen geöffnet hat." Sie erkannte daraufhin, dass eine vegetarische Lebensweise ihre Absichten Tierleid zu mindern nicht zu 100 Prozent erfüllt und verbannte von heute auf morgen alle tierischen Produkte aus ihrem Kühlschrank und überliess diese ihren vegetarischen Nachbarn.

Recht schnell füllte sich Lelas Bücherregal dann mit allerhand veganer Kochlektüre und Informationsmaterial. Die 30-Jährige: "Mit der Zeit kamen immer mehr Gründe dazu das dieser Entschluss der richtige war und sich heutzutage nicht mehr nur aus der Sicht zur Tierliebe begründen lässt sondern auch unserer Gesundheit sowie der Umwelt zugute kommt."

Was Lela, wie wohl ausnahmslos jeder andere vegan lebende Mensch kennt, ist das ewige Rechtfertigen und Erklären. Durch ihren Ausbildungs-bedingten häufigen Stationswechsel muss sie sich immer wieder neu erklären: "Man sieht ganz schnell - jetzt rattert es im Kopf des Gegenübers und in Ihm kommt die Frage auf 'was ist denn da los, warum isst sie keinen Käse?'" Nicht selten versuchen die Fragenden dann auch Inkonsequenz und Widersprüche in ihrer Lebensweise zu finden und bis dann alles ge- und erklärt ist, ist auch die kurze Pause schon wieder zu Ende. "Man hat keinen Bissen vom Brot geschafft, aber wenn man etwas Glück hat und es geschickt anstellt, 2-3 Menschen mit etwas mehr Bewusstsein versorgt, was Ihre momentane Ernährungsweise angeht", erzählt die angehende Krankenpflegerin.

Ihrer Meinung nach brauchen wir eine bessere Gesprächskultur, wenn wir über das Essen von Tieren reden. Sie sieht uns Menschen in einer seltsamen Situation: "Im Prinzip stimmen wir alle überein, dass es wichtig ist, wie wir Tiere und Umwelt behandeln, und doch denken die Meisten von uns nur wenig nach. Noch seltsamer ist, dass diejenigen die das doch tun und nach diesen eigentlich nicht kontroversen Werten handeln, indem sie auf tierische Produkte verzichten (was bekanntlich die Anzahl der gequälten Tiere mindert, als auch den ökologischen Fußabdruck verkleinert), oft als randständig oder sogar radikal angesehen werden. Aber: Wenn nichts mehr wichtig ist, gibt es doch nichts mehr zu retten!"

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