Jeff

Jeff

Student: Soziologie, Philosophie & Gender Studies, 21
Veganismus bedeutet für mich konsequent gelebter Verbraucherschutz: Neben den wichtigen Informationen des Tierleids, der Umweltzerstörung und des Welthungers sind auch die gravierenden gesundheitlichen Konsequenzen des Konsums tierischer Produkte längst wissenschaftlich untersucht, werden aber durch die Pharma- und Ernährungslobby erfolgreich zurückgehalten.

„Als Kind wurde ich oft mit zur Jagd genommen“, erinnert sich Jeff. Er erschoss natürlich nie selbst Tiere, bekam aber vermittelt, dass es völlig normal ist, dies zu tun. Als Kind nimmt man schliesslich Argumente seines direkten Umfelds auf: „Jagd muss sein, sie ist nötig da es bei uns keine Raubtiere mehr gibt. Wenn wir sie nicht erschießen, verhungern sie im Winter.“

Mit zunehmendem Alter begann Jeff Fragen zu stellen, Gegebenes zu hinterfragen und auf Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen. Motiviert durch eine Partnerschaft zu einem Vegetarier beschloss er, aus Respekt zu ihm, in seiner Gegenwart Fleisch und Fisch zu meiden. Nach einiger Zeit merkte er, dass er sich fitter und gesünder fühlte und so entschloss er sich dazu es zu versuchen vegetarisch zu leben. „Ethische Gründe spielten nicht sofort eine Rolle, die entwickelten sich erst später“ erzählt der Student. „Ungefähr zur gleichen Zeit wurde mein Partner Veganer. Anfangs machte ich mir Sorgen, ich dachte man würde irgendwann an Mangelerscheinungen leiden. Als ich jedoch anfing zu recherchieren und zu lesen, musste ich mir eingestehen, dass es nicht nur aus gesundheitlichen Gründen, sondern auch aus ethischen, ökologischen und solidarischen Gründen die richtige Entscheidung sei“, fährt er fort.

Durch sein politisches Interesse und seinen Sinn für Gerechtigkeit bekam Jeff mit, dass Veganer_innen oft mit Vorurteilen und Anfeindungen umzugehen haben. Dies war ihm bisher nicht bewusst und so befasste er sich tiefer damit und beschloss endlich für sich, vegan zu leben. Er selbst schätze es zunächst als schwierig ein, trank er doch über einen Liter Milch pro Tag, empfand es im Nachhinein aber doch als relativ leicht. „Gleichzeitig begann mein Einsatz für Veganismus und Tierrechte, oder wie ich es heute sehe: für Verbraucherschutz“, so der 21-Jährige.

Jeff ist der Überzeugung, dass die Welt schneller zu einem besseren Ort wird, wenn wir mehr Transparenz hätten und alle Verbraucher alle Informationen zur Herstellung eines Produkts und zu den positiven oder negativen Konsequenzen seines Kaufs bekämen. „Die Informationen zur Tierhaltung, zur Tierschlachtung, zur Regenwaldvernichtung, zum CO2-Ausstoß, zum Welthunger und zu gesundheitlichen Folgen werden aus Profitgründen verheimlicht von riesigen Lobbys die Milliarden ausgeben um dies vor unseren Augen zu verstecken. Die Folgen sind verheerend für unsere Umwelt, für die Tiere, für hungernde Menschen und unsere eigene Gesundheit. Dass die meisten Menschen im Alter öfter zum Arzt müssen, erachtet heute jeder als normal. Dass Studien ergeben haben, dass Milchkonsum Osteoporose und Knochenbrüche nicht verhindert, sondern begünstigt, weiß heute kein Mensch. Doch die Worte Kalzium und Milch sind so eng miteinander verschlungen, dass es schwierig ist, jemanden vom Gegenteil zu überzeugen.“ Er zitiert den Schriftsteller Alfred Polgar: „Die Menschen glauben viel eher eine Lüge, die sie schon hundertmal gehört haben, als eine Wahrheit, die ihnen neu ist“,

Jeff sieht den Bedarf eines neuen ethischen Bewusstseins, so stimmen wir doch alle überein, dass es nicht ok ist, ein Tier zu quälen, trotzdem verweigern wir dem Tier das Grundlegendste seiner Bedürfnisse: den Wunsch zu überleben.

Im November 2010 gründete Jeff mit einigen Freunden deswegen die Vegan Society Luxembourg. Das Ziel ist eine bessere ethische Entwicklung, den Abbau von Vorurteilen und vor allem den Zugang zu wichtigen Informationen. Veganismus bedeutet Mitgefühl und ist konsequent gelebter Verbraucherschutz.

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